Zuerst erschienen im September 2018, grundlegend überarbeitet im August 2026 — aus einer Liste ist ein Auswahlverfahren geworden.
Dieser Beitrag war acht Jahre lang eine Liste mit zehn Namen.
Das Problem daran zeigt sich, wenn man ihn heute liest: Von den zehn Empfehlungen sind einige verkauft, einige eingestellt, einige durch Bordmittel überflüssig geworden. Eine Liste von WordPress-Plugins altert schneller als fast jeder andere Inhalt — und wer ihr blind folgt, installiert die Probleme von gestern.
Deshalb steht hier jetzt kein neuer Zehnerpack, sondern das, was übrig bleibt, wenn die Namen verschwinden: die Frage, was ein Plugin kostet, welche Aufgaben Du überhaupt lösen musst und woran Du ein gutes erkennst.
Heute sprechen wir darüber, warum jedes Plugin einen Preis hat, welche sechs Aufgaben tatsächlich anfallen, wie Du eine Erweiterung in fünf Minuten prüfst — und wann Du eine wieder loswirst.
#1 Jedes der WordPress-Plugins hat einen Preis
WordPress-Plugins sind nie nur eine Funktion. Jedes ist eine Entscheidung mit drei Folgekosten.
Es kostet Geschwindigkeit. Viele Erweiterungen laden auf jeder Seite Skripte und Stile — auch dort, wo ihre Funktion gar nicht gebraucht wird. Genau das ist der häufigste Grund für schlechte Reaktionswerte, wie sie im technischen SEO gemessen werden.
Es kostet Sicherheit. Und hier ist die Zahl, die alles zur Auswahl sagt: Laut dem Sicherheitsdienstleister Patchstack entfielen zuletzt rund 96 Prozent aller gemeldeten WordPress-Schwachstellen auf Plugins, etwa 4 Prozent auf Themes — und nur eine Handvoll auf den WordPress-Kern selbst. Nicht WordPress ist das Risiko. Es ist das, was Du dazu installierst.
Es kostet Abhängigkeit. Jede Erweiterung ist ein fremdes Projekt, das eingestellt, verkauft oder auf ein Abo umgestellt werden kann. Wer sein Formular, seine Seitenstruktur und seinen Newsletter an drei verschiedene Anbieter hängt, hat drei Stellen, an denen ihm jemand anders den Takt vorgibt.
Die alte Faustregel „höchstens zehn WordPress-Plugins“ hat übrigens nie gestimmt. Zwanzig schlanke Erweiterungen können harmloser sein als drei aufgeblähte. Nicht die Anzahl entscheidet, sondern was jede einzelne lädt und wie gepflegt sie ist.
#2 Die sechs Aufgaben, die wirklich anfallen
Statt einer Namensliste hier die Aufgaben, für die Du WordPress-Plugins tatsächlich brauchst. Für jede gibt es mehrere gute Lösungen — welche gerade die beste ist, entscheidest Du mit dem Verfahren aus Abschnitt drei.
- Datensicherung. Automatisch, regelmäßig, an einen Ort außerhalb des Servers. Die einzige Erweiterung, die Du wirklich brauchst, bevor irgendetwas passiert.
- Suchmaschinen-Grundlagen. Titel, Meta-Angaben, Sitemap, strukturierte Daten. Eine Lösung genügt — zwei gleichzeitig erzeugen Konflikte.
- Formulare. Kontakt und Anfrage. Der Punkt, an dem Anfragen tatsächlich entstehen.
- Einwilligungen. Sobald Du Analyse- oder Werbedienste einbindest, brauchst Du eine funktionierende Einwilligung, bevor sie laden.
- Geschwindigkeit. Zwischenspeicher und Bildoptimierung. Häufig bringt der Hoster das schon mit — dann brauchst Du nichts zusätzlich.
- Sicherheit. Anmeldeschutz und Aktualisierungsdisziplin. Wobei die wirksamste Maßnahme keine Erweiterung ist, sondern das zeitnahe Einspielen von Updates.
Mehr ist selten nötig. Alles, was darüber hinausgeht, sollte einen Grund haben, den Du in einem Satz nennen kannst.
#3 Die Fünf-Minuten-Prüfung
Bevor Du etwas installierst, sieh Dir im offiziellen Verzeichnis vier Dinge an. Das dauert wirklich nur wenige Minuten und erspart die meisten Fehlgriffe:
Wann kam das letzte Update? Liegt es über einem Jahr zurück, ist das Projekt wahrscheinlich verwaist — und verwaiste Erweiterungen sind das größte Sicherheitsrisiko überhaupt.
Wie viele aktive Installationen? Große Verbreitung heißt: Fehler fallen schneller auf und werden schneller behoben.
Antwortet jemand im Support-Bereich? Unbeantwortete Fragen aus dem letzten halben Jahr sind ein deutlicheres Signal als jede Sternebewertung.
Wem gehört es? Hinter vielen bekannten Namen stehen inzwischen Firmen, die zugekauft haben. Das ist nicht automatisch schlecht — es erklärt aber, warum aus einer kostenlosen Erweiterung plötzlich ein Abo wird.
#4 Wieder loswerden
Der Teil, den 2018 niemand geschrieben hat und der am meisten bringt: regelmäßig ausmisten.
Geh einmal im Quartal Deine Liste durch und stell zu jeder Erweiterung eine Frage: Welche Aufgabe aus Abschnitt zwei löst die hier? Fällt Dir keine ein, ist sie ein Kandidat.
Beim Entfernen zwei Dinge beachten. Deaktivieren reicht nicht — eine deaktivierte Erweiterung liegt weiter auf dem Server und kann angreifbar bleiben; also löschen. Und manche legen Daten in der Datenbank ab, die beim Löschen bleiben. Vorher eine Sicherung, danach prüfen, ob die Seite noch tut, was sie soll.
Ein häufiger Fund bei dieser Runde: WordPress-Plugins, die eine Funktion nachrüsten, die WordPress inzwischen selbst mitbringt. Der Block-Editor hat in den letzten Jahren einiges übernommen, wofür man 2018 noch etwas installieren musste.
#5 Was Du jetzt tun solltest
- Prüf zuerst Deine Datensicherung. Nicht ob sie eingerichtet ist — ob sie tatsächlich läuft und wo die Dateien liegen.
- Geh Deine Liste durch und ordne jeder Erweiterung eine der sechs Aufgaben zu. Was übrig bleibt, ist die Streichliste.
- Such nach Doppelungen. Zwei SEO-Lösungen oder zwei Zwischenspeicher gleichzeitig verursachen Fehler, die schwer zu finden sind.
- Prüf das Alter der Updates. Alles, was über ein Jahr nichts bekommen hat, kommt auf den Prüfstand.
- Setz Dir eine Quartalserinnerung. Fünfzehn Minuten, viermal im Jahr — das ist die ganze Pflege.
Ein paar abschließende Worte…
Der ehrlichste Satz zu diesem Beitrag ist der über seine eigene Geschichte: Eine Liste mit zehn WordPress-Plugins war 2018 nützlich und ist heute wertlos. Nicht weil die Auswahl schlecht war, sondern weil Werkzeuglisten nun einmal verderben.
Das gilt für fast alles, was mit Software zu tun hat. Wer über Werkzeuge schreibt, schreibt etwas mit Verfallsdatum. Wer über Auswahlkriterien schreibt, schreibt etwas, das in fünf Jahren noch stimmt.
Deshalb steht hier jetzt ein Verfahren statt einer Empfehlung. Es ist weniger bequem — Du musst selbst entscheiden. Dafür funktioniert es auch dann noch, wenn die Namen von heute verschwunden sind.
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar: Wie viele Erweiterungen laufen auf Deiner Seite — und weißt Du bei jeder, wofür?
PS: Bitte teile diesen Artikel auf Social Media, sodass auch andere ausmisten, bevor der nächste Zehnerpack installiert wird…
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