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Dies ist der letzte Teil der Business Model Innovation und heute erfährst Du, wie Du Kostenstruktur und Einnahmequellen Deines Unternehmens neu entwickelst.

Wir haben bereits über viele verschiedene Segmente der Business Model Innovation gesprochen. Du hast gelernt, wie Du angebotsgetriebene Innovationen, kundengetriebene Innovationen und ressourcengetriebene Innovationen entwickelst.

Und heute schauen wir uns die finanzgetriebene Innovation an. Es geht um die letzten beiden Blöcke, die Kostenstruktur und Einnahmequellen (Segmente 5 und 9):

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Wir sprechen darüber, wie Du die Leute dazu bringst, dass sie Geld für Deine Angebote zahlen und was disruptive Unternehmen tun, um sich von Mitbewerbern abzuheben.

Es gibt unzählige Einnahmequellen, wie beispielsweise Abo-Modelle, Werbung oder Lizenzierung.

Allerdings sind Ertragsmodelle keineswegs das erste, was uns in den Sinn kommt, wenn wir über Innovation sprechen.

In der Regel geht es immer um das großartige neue Produkt oder ihren noch besseren Funktionen.

Normalerweise gibt es in jeder Branche ein dominierendes Umsatzmodell, das manchmal sogar über mehrere Jahrzehnte hinweg nicht in Frage gestellt wird.

So gewöhnen sich Konsumenten wie Produzenten daran und verdienen immer auf die gleiche Art und Weise Geld.

Und dann kommt eines Tages ein neues Startup aus dem Nichts, mit genau demselben Produkt, aber mit einem völlig anderen Einnahmemodell wie z. B. dem Abo-Modell – und es ändert die Spielregeln für alle!

Wir sprechen darüber, wie Du ein neues Einnahmemodell für Dein Unternehmen entwickeln kannst.

Am Ende sollst Du einen Einblick vieler verschiedener Beispiele bekommen haben und lernen, wie Du einen größeren Teil Deines Markts durch die finanzgetriebene Innovation eroberst.

Abo-Modelle

Abonnements sind ein äußerst beliebtes Einnahmemodell. Es ist der Gegensatz zur Einmalzahlung und viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen wechseln zunehmend auf diese Zahlungsmethode.

Abo-Modelle sind besser, weil es sich um wiederkehrende Einnahmen handelt, mit denen Du als Unternehmen Deine monatlichen Verkäufe besser vorhersagen und planen kannst.

Du weißt, wie viele Abonnenten Du hast, wie viele sich von ihnen tendenziell wieder abmelden und wie viel Wachstum Du erwarten kannst.

Die Softwareindustrie wurde durch dieses Umsatzmodell neu entwickelt.

Erinnerst Du Dich noch an die Zeit, als Du Dein Antivirenprogramm als CD gekauft hast und nur einmal dafür bezahlt hast?

Heute arbeiten die meisten Softwareunternehmen cloudbasiert mit einem Lizenzmodell, auch SaaS (Software-as-a-Service) genannt. Die Bezahlung erfolgt als Monats- oder Jahreszahlung.

Beispiel: Microsoft

Eines der größten Unternehmen, das auf dieses Modell umgestellt hat, ist Microsoft.

Du kannst Dir das gute alte Office-Paket weiterhin per Einmalzahlung kaufen, aber Du kannst es ebenso als Abonnement erhalten.

Die Einmalzahlung sieht teurer aus, aber das Abonnement wird nach einigen Jahren möglicherweise teurer sein.

Aber die Leute bevorzugen es trotzdem.

Darüber hinaus gibt es weitere andere Vorteile, wie die Tatsache, dass Du Dich nicht mehr um Software-Updates kümmern musst oder Du Zugriff über verschiedene Geräte bekommst.

In einigen Fällen kann sich das Abo jedoch auch im Laufe der Zeit ändern.

Hierbei spricht man vom nutzungsbasierten Abo-Modell.

Es wird beispielsweise im Elektrizitätssektor von Stromanbietern genutzt, ist aber auch ebenso in der Softwareindustrie beliebt.

Beispiel: Google Drive

Grundsätzlich bezahlst Du bei Google Drive für Dein Abonnement, jedoch orientiert sich die Höhe des Beitrags an Deinem Nutzungsverhalten.

Sobald Du beispielsweise mehr Speicherplatz in Deiner Cloud benötigst, erhöht sich der Abonnementpreis.

Auf diese Weise wirst Du in diesem Dienst eingekesselt, sodass es für Dich schwieriger wird, weniger zu bezahlen oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Beispiel: MailChimp

Es ist ähnlich wie bei dem E-Mail-Service Provider MailChimp bzw. weiteren anderen Anbietern.

Die Höhe Deines Abopreises steigt mit zunehmender Größe und langfristigem Aufbau Deiner E-Mail-Liste.

Der Trend zum Abo-Modell setzt sich darüber hinaus in anderen Branchen fort und wird erfolgreich für alltägliche Produkte wie Rasierklingen, Kosmetika oder Socken genutzt.

Beispiel: Dollar Shave Club

Der Dollar Shave Club verkauft Rasierklingen im Abo-Modell und liefert automatisch neue Klingen an seine Kunden.

Sicherlich kennst Du dieses im Jahr 2012 viral gegangene Video:

Durch dieses Video wurde das Unternehmen Dollar Shave Club schnell bekannt und konnte sein Wachstum signifikant steigern.

Mit seiner einfachen wie genialen Geschäftsidee wurde es 5 Jahre nach seiner Gründung für 1 Milliarde Dollar an Unilever verkauft.

Viele Unternehmen vertreiben ihre Produkte als Mitgliedschaft, was einen Mix aus Umsatz- und Marketingstrategie beinhaltet.

Der Unterschied liegt meistens darin, dass Mitgliedschaften oftmals einen Zeitraum mehrerer Monate oder Jahre beinhalten. Nicht selten erhält der Kunde dabei ein zusätzliches Geschenk oder einen Bonus.

Manche Unternehmen gehen sogar soweit, dass sie mit einer Einmalzahlung Lifetime-Angebote vertreiben.

Das bedeutet, dass Du lebenslang mit dem Service oder den Produkten eines Unternehmens versorgt wirst.

Zusammenfassend hat das Abo-Modell für Unternehmen und Kunden Vorteile. Das Unternehmen erhält einen kontinuierlichen Zahlungsstrom und der Kunde muss sich keine Sorgen machen, wann er sich ein neues Produkt oder einen Service kaufen muss.

Freemium-Modelle

Ein anderes, beliebtes Einnahmemodell ist das Freemium-Modell.

Die Art und Weise, wie es funktioniert, ist sehr einfach.

Die meisten Benutzer erhalten ihr Angebot bzw. ihren Service kostenlos. Nur wenige Leute zahlen eine Prämie für zusätzliche Leistungen.

So funktioniert beispielsweise LinkedIn.

Beispiel: LinkedIn

Die meisten Leute nutzen es kostenlos. Aber es gibt auch andere Leute, die ein Premium-Abo besitzen. Hierzu zählen beispielsweise Personaler oder Verkäufer.

Allein das bringt LinkedIn mehr als 250 Millionen US-Dollar pro Jahr ein.

Diejenigen, die bezahlen, bekommen Zugriff auf weitere Funktionen wie eine erweiterte Suchfunktion und die Möglichkeit andere LinkedIn-User zu kontaktieren – auch wenn sie nicht in ihrem Netzwerk sind.

Gleiches gilt für Nutzer von MailChimp. Wenn Du unter 2000 Kontakte in Deinem E-Mail-Verteiler hast, kannst Du es kostenlos nutzen.

Erst aber mehr als 2000 Kontakten wird es kostenpflichtig.

Micropayments

Ein weiteres Einnahmemodell sind Micropayments.

Unternehmen finanzieren sich durch sehr kleine Zahlungen ihrer Kunden.

Beispiel: PokémonGo

So ist das Spiel PokémonGo beispielsweise für jeden Nutzer kostenfrei herunterzuladen.

Um es jedoch in vollen Zügen genießen und spielen zu können, müssen Kunden In-App Käufe durchführen. Dazu zählen unter anderem das Kaufen von Pokeballs, um wilde Pokémon zu fangen oder das Kaufen von PokeCoins, um verschiedene andere Dinge zu kaufen.

Alles im Handyspiel ist auf diese Micropayments ausgerichtet. Aber letztendlich kommt alles auf eine Sache zurück, das kostbarste Gut, unsere Zeit.

Denn wenn Du es kostenfrei spielst, benötigst Du viel Zeit, um ein bestimmtes Level zu erreichen oder weitere Level freizuschalten.

Wenn Du jedoch von Zeit zu Zeit kleine Mengen kaufst, beschleunigst Du diesen Prozess und dies verbirgt hohes Suchtpotenzial.

Mittlerweile gibt es unzählige Spiele, die nach diesem Prinzip funktionieren.

Einige Unternehmen gehen sogar hin und kombinieren die Einmalzahlung eines Spiels mit Micropayments, um die Einnahmen zu maximieren.

Neben Games gibt es aber auch andere Bereiche, in denen dieses Geschäftsmodell genutzt wird. Wie beispielsweise Nachrichtenanbieter, auf denen für bestimmte Artikel bezahlt werden muss.

Anzeigen und Werbung

Ein weiteres Modell, das mit den bekannten Methoden einhergeht, sind Anzeigen und Werbung.

Es gibt viele Unternehmen, die allein auf diesem Einnahmemodell basieren.

Das ist äußerst schwer zu erreichen, denn Du musst eine bestimmte Menge an Leuten erreichen. Wirklich Massen an Leuten, um mit Werbung signifikante Einnahmen zu erzielen.

Beispiel: Google und Facebook

Beste Beispiele sind Google mit YouTube oder Facebook.

Google verwendet ein Auktionssystem, bei dem Du Geld für bestimmte Keywords zahlst.

Der komplexe Algorithmus vergleicht das Angebot mit anderen Werbetreibenden und entscheidet, wessen Anzeigen geschaltet werden.

Bei Facebook werden Dir die Impressionen Deiner Anzeige für eine bestimmte Anzahl von Personen in Rechnung gestellt.

Oder Du zahlst für die Leute, die wirklich auf Deine Anzeige geklickt haben.

Beides sind gigantische Unternehmen mit Milliarden von Nutzern, bei denen sich allein mit Werbung Geld verdienen lässt.

Andere Unternehmen, die viele Inhalte veröffentlichen und viele Besucher anziehen haben kein eigenes Werbesystem eingerichtet, weil es zu komplex ist.

Stattdessen arbeiten sie mit Google und Facebook zusammen, um sich ihren etablierten Werbenetzwerken anzuschließen.

Wenn Du eine große Anzahl von Besuchern erreichst, lohnt es sich Werbung zumindest als ergänzende Einnahmequelle für Dein Unternehmen zu berücksichtigen.

Werfen wir einen genaueren Blick auf die Provisions- und Affiliate-Umsatzmodelle.

Affiliate Marketing

Das Provisionsmodell ist recht einfach.

Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Airbnb 12% von Gästen und 3% von seinen Gastgebern für eine erfolgte Buchung verlangt.

Dieses Geschäftsmodell ist sehr beliebt und stark auf eCommerce-Websites verbreitet.

Ebenso kannst auch Du Provision dafür bekommen, indem Du etwas für jemanden anderen verkaufst – ohne dass Dir die Plattform gehört oder Du Anbieter des Produkts bist.

Dies wird als Affiliate-Umsatzmodell bezeichnet.

Beispiel: Amazon

Viele, die einen Youtube-Kanal oder einen eigenen Blog betreiben, bringen beispielsweise Affiliate-Links von Amazon unter.

Bei solchen Produkten handelt es sich beispielsweise um Equipment oder Ressourcen, die derjenige nutzt und den Zuschauern bzw. Besuchern weiterempfiehlt.

Jedes Mal, wenn jemand über diesen Link kauft, verdient der Affiliate-Partner mit an Amazons Verkauf – ohne dass das Produkt dadurch teurer wird.

Amazon sieht den Affiliate-Partner als Vertriebspartner und honoriert Empfehlungen entsprechend.

Franchising

Die meisten Restaurants nutzen Franchising-Modell, um ihr Unternehmenswachstum zu steigern.

Beispiel: McDonalds

McDonalds beispielsweise ist ein Franchise-Unternehmen, bei dem Du einmalig eine sehr hohe Gebühr im Voraus bezahlst, um seine Marke, seine Prozesse und das Image zu nutzen.

Hinzu kommt, dass McDonalds sich später auch entsprechend am Umsatz verdient.

Zusammenfassung und Worksheet

Wir haben in diesem Beitrag viele verschiedene Einnahmemodelle kennengelernt, wie Abonnements, Freemium, Micropayments, Werbung, Aflliate Marketing oder Franchising.

Dazu einige Praxisbeispiele gesehen, wie Unternehmen es schaffen, das vorherrschende Umsatzmodell ihrer Branche neu zu entwickeln, indem sie Zahlungen auf andere Weise als ihre Mitbewerber bekommen.

Nimm Dir etwas Zeit und überlege, wie Du das dominierende Umsatzmodell Deiner Branche neu entwickeln kannst.

Schaue Dir die hier besprochenen Modelle an oder entwickle grundlegend neue, die hier vielleicht noch nicht genannt wurden.

Frage Dich, wie Du funktionierende Einnahmequellen aus anderen Branchen für Dich adaptieren kannst und versuche ebenso verschiedene Einnahmemodelle parallel zu nutzen – je mehr, desto besser.

Denn dadurch bist Du nicht auf eine Sache allein angewiesen.

Abschließend findest Du hier das Worksheet als Download zur ressourcengetriebenen Innovation aus der Business Model Innovation:

[Die finanzgetriebene Innovation – Worksheet als Download]

Ich freue mich, dass Du auch bei diesem letzten Teil der Serie dabei warst. Hier nochmal die Serie der Business Model Innovation im Überblick:

  • Die angebotsgetriebene Innovation ✓
  • Die kundengetriebene Innovation ✓
  • Die ressourcengetriebene Innovation ✓
  • Die finanzgetriebene Innovation ✓

PS: Bitte teile diesen Beitrag auf Social Media, sodass auch andere ambitionierte Menschen die Chance haben finanzgetriebene Innovationen zu entwickeln…

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Torsten
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Torsten hilft ambitionierten Einzelunternehmern, sich mit ihrem Thema als Experte zu positionieren. Sei es das passende Zielbild zu erstellen, die eigene Online Präsenz aufzubauen oder den eigenen Expertenstatus zu etablieren.

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