(Lesezeit ca. 13 Min)

Nachdem wir im ersten Teil dieser Serie über die angebotsgetriebene Innovation gesprochen haben und geklärt haben, wie wir das Nutzenversprechen durch ein besseres Angebot und ein besseres Design verbessern können, geht es in diesem Teil um die kundengetriebene Innovation.

Hier nochmal ein Überblick der gesamten Serie der Business Model Innovation:

In diesem zweiten Teil sprechen wir über alle wichtigen Bereiche der Business Model Innovation, die Deinen Kunden betreffen, nämlich die Kundenbeziehung, Kundensegmente und Marketingkanäle.

Wenn wir auf das Business Canvas schauen, befinden wir uns auf der rechten Seite (Segmente 4, 1 und 3):

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Starten wir mit dem Abschnitt Kundenbeziehungen.

#1 Kundenbeziehung

Es stellt sich die Frage, was wir unternehmen können, um diese Bereiche der Business Model Innovation neu zu erfinden.

Kurz gesagt: Du schaffst es, indem Du für eine bessere Kundeninteraktion sorgst.

Grundsätzlich ist die Kundenbindung die neue Form des Marketings.

Der Begriff des Marketings ist aber dennoch fehl am Platz. Denn um erfolgreich zu sein, reicht es nicht aus Angebote einfach an Deine Kunden zu vermarkten.

Stattdessen musst Du Deine Kunden so mit Deinen Produkten beschäftigen, dass sie bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen, als einfach nur zu kaufen.

Dazu gehören Punkte wie,

  • das Teilen ihrer positiven Erfahrung mit ihren Freunden und das Bewerben Deines Produkts für Dich sowie
  • das Kommentieren Deiner Beiträge auf Social Media Plattformen oder
  • sogar der Aufbau einer Community rund um Dein Produkt
  • und vieles mehr…

Letztendlich geht es darum, dass Du Deine Kunden dazu bringst, mehr Zeit mit Deinem Produkt zu verbringen, sodass sie bereit sind zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen.

Um besser zu verstehen, was in dieses Segment passt, frage Dich:

Wie bekommst Du neue Kunden? Wie bindest Du sie? Und wie entwickelst Du sie weiter?

In diesem Beitrag sprechen wir über jeden dieser drei Schritte und erklären diese anhand von Beispielen.

Wir sprechen darüber, wie Du Deine Kunden noch stärker einbinden und Dich mit Deiner Leistung abheben kannst.

Weil die Kundenbeziehung einen großen Bereich abdeckt und nahezu alle Funktionen eines Unternehmens betrifft, sprechen wir über spezifische Beispiele, die Trends wie Gamification, Personalisierung, Community-Aufbau, Automatisierung, Content Marketing und viele mehr.

Das Ziel ist es, mehr Umsatz, mehr Kundenbindung und höhere Interaktionsraten zu erreichen, um letztendlich Deine Marke aufzubauen. Denn dauerhafte Kundenbindungsstrategien können zur Entwicklung starker Marken führen.

Wie bekommst Du neue Kunden?

Sprechen wir darüber, wie Du es schaffst, die traditionellen Wege zur Kundengewinnung zu durchbrechen und neu zu entwickeln.

Sind wir ehrlich…

Kunden zu gewinnen kann eine der zeitaufwändigsten und teuersten Aktivitäten sein, gerade wenn Du mit Deinem Unternehmen neu startest.

Allerdings ist es der entscheidende Faktor, um Dein Unternehmen zu entwickeln und zum Wachsen zu bringen.

Ein Ansatz ist es, potenziellen Kunden ein Gratis-Geschenk oder eine Testprobe zu geben, um Kunden so für einen weiteren Kauf zu motivieren.

Kennst Du ein paar Wege, wie Unternehmen es schaffen, neue Kunden zu gewinnen und ihre Produkte zu vertreiben?

Hier sind einige Beispiele, wie es Unternehmen schaffen, auf innovative Art und Weise Kunden zu gewinnen – anders als es Mitbewerber bis dato gemacht haben.

Beispiel: Casper

Was kann ein langweiliges Matratzenunternehmen tun, um seine Kunden davon zu überzeugen, seine Matratzen, anstatt die der Mitbewerber zu kaufen?

Casper ist sehr erfolgreich mit einem überzeugenden Angebot geworden.

Du kannst ihre Matratzen für 100 Tage ausprobieren – und wenn sie Dir danach nicht gefallen hat, wird Casper die Matratze bei Dir abholen und voll rückerstatten.

Ja, das klingt verrückt – aber es funktioniert!

Es ist sehr populär, und der Grund warum es funktioniert ist, dass statistisch nur wenige Leute nach einer Rückerstattung fragen.

Wenn Du die Zahl weiter herunterbrichst, gibt es nur wenige Leute, die das System ausspielen und nur Dein Angebot ausnutzen wollen.

Die zusätzlichen Kunden, die Du dank des Versprechens erhältst, gleicht bei weitem die Zahl der negativen Ergebnisse aus.

Beispiel: Mint

Ein weiteres Beispiel ist Mint – ein Budget Tracker & Planner, der Dir bei der Planung Deiner finanziellen Zukunft hilft und alle Schwierigkeiten beim Sparen entmystifiziert.

Das Unternehmen hilft Dir dabei, auf spielerische Art und Weise Deine finanziellen Ziele zu erreichen und Deinen Fortschritt auf einer ansprechenden Oberfläche zu verfolgen.

Um Besucher anzulocken, entwickelte Mint ein kostenloses Spiel, das Teenagern unterschiedliche finanzielle Situationen aufzeigt und sie auffordert zwischen verschiedenen Optionen zu wählen.

Am Ende dient dieses Spiel zur Leadgenerierung. Denn sobald die Teenager älter werden und tatsächlich Hilfe brauchen, werden sie sich an Mint erinnern und wohlmöglich ihren Service nutzen wollen.

Beispiel: Backlinko

Backlinko ist eine SEO-Beratungsfirma und betreibt effektives Content Marketing, indem es jeden Monat einen Blogartikel veröffentlicht.

Das besondere an diesen Blogartikeln ist, dass sie qualitativ hochwertig geschrieben sind und Backlinko viel Wert auf das Vermarkten ihrer Inhalte setzen – z. B., dass sie Ihre Blogartikel im Web unter den bekanntesten Influencern verbreiten und dadurch eine hohe Reichweite erzielen.

Durch das Veröffentlichen von kostenfreien Inhalten gewinnt Backlinko mehr Aufmerksamkeit und potenzielle Neukunden.

Schauen wir auf den nächsten Abschnitt und kümmern uns nicht nur darum, wie Du neue Kunden bekommst, sondern auch wie Du sie behältst und weiterentwickelst.

Wie bindest Du Deine Kunden und wie entwickelst Du sie weiter?

Es gibt viele Unternehmen, die großartig darin sind, neue Kunden zu gewinnen.

Allerdings wissen manche nicht, wie sie diese Kunden dann auch binden und weiterentwickeln können.

Schauen wir auf Groupon.

Groupon hat viele Unternehmen an Board, konnte diesen aber nicht beweisen, dass sie ihnen auch konsequent neue Kunden bringen können.

So wurde aus Groupon ein Einmal-Service, der Probleme hatte, einen treuen Kundenstamm aufzubauen.

Bevor wir weiter einsteigen, überlege welche Unternehmen oder Marken Du kennst, die etwas anders gemacht haben, um Dich als Kunde zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Was bringt Dich dazu, ihr Produkt oder ihren Service immer wieder zu nutzen?

Beispiel: Vans

Ein großartiges Beispiel für Kundenbindung durch Community-Aufbau ist der Schuhhersteller Vans.

Du fragst Dich, wie es möglich ist eine Community um etwas so Langweiliges wie Schuhe aufzubauen?

Viele Vans-Kunden fahren Skateboard oder betreiben andere Freestyle-Sportarten wie BMX.

Vans nutzte dies zu seinem Vorteil, indem es viele Sport- und Musikevents sponsorte und Skateparks eröffnete.

Sie binden ihre treusten Kunden ein, um gemeinsam neue Produkte zu entwerfen.

Das ist ein tolles Beispiel für Co-Creation.

Heute hat Vans eine Online-Community, die dabei hilft, Vans-Freunde zu verbinden und ihre Teilnahme an verschiedenen Events zu koordinieren.

Beispiel: Tesla (1)

Es gibt viele Gründe, warum Kunden so besessen von Tesla sind.

Einer der Hauptgründe ist Teslas Kundenservice.

Im Gegensatz zu üblichen Automobilherstellern, besitzt Tesla seine Geschäfte und verspricht, dass sie After-Service niemals zu einer Einnahmequelle machen.

Grundsätzlich zahlst Du auch, wenn Du Deinen Tesla über den Garantiezeitraum hinweg nutzt, aber es gibt zu dieser Arbeit keine zusätzliche Marge.

Außerdem bietet Tesla seinen Kunden ein lebenslanges kostenfreies Aufladen für Besitzer eines Modells – zumindest für diesen Moment.

Leute, die einen Tesla kaufen, fühlen sich nicht sofort von der Firma verlassen. Sie pflegen die Beziehung, sind engagiert und erzielen eine maximale Zufriedenheit bei ihren Kunden.

Beispiel: Netflix

Ein großer Trend, um Kunden zu halten, ist die Personalisierung von Produkten und Services.

Um dies zu erreichen, musst Du den Geschmack der Leute so gut wie möglich ansprechen.

Und was kann ein besserer Weg sein, als Dein Angebot für jeden einzelnen Kunden zu personalisieren?

Netflix lebt es mit seinem Streamingdienst für Tausende von Filmen vor.

Um sicherzustellen, dass Du als Kunde genau die Filme findest, die Du magst, nutzt Netflix komplexe Algorithmen, die aus einer Kombination von Filmbewertungen, Genres und weiteren Kriterien herausfinden, welche Filme Dir wahrscheinlich gefallen.

Ihr Ziel ist es, für jeden Nutzer ihrer Plattform relevante Vorschläge zu unterbreiten.

Mit diesen Beispielen hast Du nun einige Denkanstöße und kannst darüber nachdenken, wie Du Deine Kunden stärker einbeziehen kannst, sodass sie langfristig bei Dir bleiben.

Im nächsten Abschnitt sprechen wir darüber, wie Du das Kundensegment selbst neu entwickeln kannst.

#2 Kundensegmente

Wer sind Deine Kunden bzw. wer sollen Deine Kunden werden?

Um diese Frage zu beantworten, solltest Du wissen, wer Deine Kunden sind bzw. wer sie normalerweise in der Branche sind, in der Du tätig sein willst.

Dies ist der Startpunkt, um neue Kundenavatare zu entwickeln, die es zuvor noch nicht gegeben hat.

Vielleicht bist Du Dir noch nicht 100% sicher, wer Deine Kunden sind.

Unabhängig davon, gibt es zwei Wege Innovationen für Deine Zielgruppe zu entwickeln:

  1. eine Kundennische besetzen, die bisher nicht bedient wird.
  2. ein neues Kundensegment entwickeln, das es bisher noch nicht gegeben hat.

Fokussierung auf eine bestimmte Kundennische

Wenn Du Dich auf eine bestimmte Kundennische fokussierst, die bisher von anderen Unternehmen unberücksichtigt bleibt, kannst Du Wettbewerb vermeiden und großartige Ergebnisse erzielen.

Du gewinnst die Aufmerksamkeit von Menschen, die bisher ungeachtet blieben.

Beispiel: GoldieBlox

Wir wissen, dass unsere Gesellschaft in vielerlei Hinsicht voreingenommen ist. Besonders wenn es um das Geschlecht geht. Wie beispielsweise in der Gaming-Industrie.

Viele Studien haben gezeigt, dass das, was Du im späteren Leben tust, stark von dem beeinflusst werden kann, was Du in der Kindheit getan hast.

Wie beispielsweise das Spielzeug, mit dem Du gespielt hast.

So bekamen Mädchen oft Puppen, und Jungen Autos zum Spielen.

Hier gibt es also eine starke Tendenz.

Die Gründerin Debbie Sterling wollte das nicht akzeptieren und beschloss mit GoldieBlox etwas dagegen zu unternehmen.

Als gelernte Ingenieurin startete sie damit, Konstruktionsspielzeug für Mädchen zu entwickeln.

Viele Leute sagten ihr, dass sich das Spielzeug niemals verkaufen würde.

Doch GoldieBlox wurde zum Erfolg – Eltern schlossen sich ihrer Idee an und kauften das Spielzeug für ihre Mädchen.

Nimm Dir 5 Minute Zeit und bewerte für Dich:

  • An wen richten sich Deine Angebote?
  • Auf welche Kunden konzentrieren sich Deine Mitbewerber?
  • Was könntest Du für ein kontraintuitives Segment wählen, um eine Innovation zu entwickeln?

Entwicklung eines neuen Kundensegments

Für diesen Abschnitt, um den wir uns jetzt kümmern gibt es buchstäblich nichts, überhaupt keinen Markt für das, was Du tust.

Starten wir mit einem Beispiel, nämlich Airbnb.

Beispiel: Airbnb

Ursprünglich ging es bei Airbnb darum, Dein Gästezimmer, Deine Wohnung oder Dein Haus zu vermieten…

Bis dato schien es eine verrückte Idee zu sein, Fremde in Dein Haus zu lassen, während Du nicht da warst…

Es gab eine relativ kleine Community von Leuten, die Couchsurfing nutzten, aber um es zu einem großen profitablen Unternehmen zu machen, hätte man viel mehr Leute gebraucht, die dafür offen gewesen wären.

Tatsächlich ist das Airbnb-Konzept mit seiner Idee etliche Male bei großen Investoren gescheitert.

Letztendlich lag es zu dieser Zeit an einen vermeintlich zu kleinem Markt und zu geringer Rendite, die dieses Unternehmen abwerfen würde. Y Combinator und Paul Graham hielten Airbnb auch für eine verrückte Idee und nahmen sie in ihrem Accelator-Programm nur deshalb auf, weil sie die Motivation der Gründer überzeugte.

Airbnb brauchte viel Risikokapital, um Menschen anzusprechen und Vertrauen aufzubauen. Aber sie haben es geschafft, dass Menschen Fremde in ihrem Haus willkommen heißen und es zu einem Startup-Unternehmen mit einer Markbewertung von über einer Milliarde US-Dollar aufzubauen.

Beispiel: Tesla (2)

Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung eines neuen Kundensegments von Grund auf ist Tesla.

Auch hier gab es zuvor andere Unternehmen, die bereits Elektroautos gebaut haben – doch sie waren hässlich und hatten ein sehr geringes Autonomielevel.

So hat Tesla ein Marktsegment für Menschen geschaffen, die elektrische High-End-Sportwagen mögen.

Heute wächst Tesla wie verrückt, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt und die Leute mehrere Monate warten müssen, bis sie ihr Auto bekommen.

Zuerst startete Tesla mit Luxusautos, die sich vor allem wohlhabende Käufer leisten konnten. Und jetzt wollen immer mehr Leute aus der Mittelschicht ihren Tesla haben.

Mit seinem Modell 3 bewegt sich auch Tesla in dieses neue Segment.

Es gibt nicht viele Beispiele für Innovationen dieser Art, weil es häufig sehr lange dauert, um auf diese Weise erfolgreich zu werden.

Aber wenn es dann klappt, ist die Wahrscheinlichkeit wirklich groß, dass daraus ein sehr profitables Geschäft entsteht.

#3 Marketingkanäle

In diesem Abschnitt sprechen wir darüber, wie Du neue Marketingkanäle entwickeln kannst.

Wir sprechen über ein paar Beispiele, wie es Unternehmen auf einzigartige Art und Weise geschafft haben, ihre Produkte zu vertreiben und auszuliefern.

Es ist das 5. und zugleich letzte Segment der kundengetriebenen Innovation.

Lieferkanäle für physische Produkte

Beispiel: Amazon

Amazon startete einst mit Büchern und entwickelte sich bis heute zu einem eCommerce-Riesen, der buchstäblich alles verkauft.

Später nahm Amazon die Bulldozer-Rolle aller Innovationen ein, inklusive der Lieferkanäle.

Es gibt einen klaren Grund, warum Lieferkanäle für Amazon so wichtig sind!

Zu den größten Mitbewerbern von Amazon zählen große Einzelhandelsketten wie Walmart. Grundsätzlich sind alle Arten von physischen Einzelhändlern direkte Mitbewerber von Amazon.

Für Amazon ist es daher absolut wichtig, die schnellste Liefergeschwindigkeit zu erzielen, um gegen diejenigen anzutreten, die Dir das Produkt in der nächsten Stunde anbieten können.

Dazu musst Du lediglich in Dein Auto springen und Dein gewünschtes Produkt vor Ort einkaufen und abholen.

Amazon zeichnet sich durch seine schnelle Liefergeschwindigkeit aus, insbesondere durch den Amazon Prime-Service, der Produkte am nächsten Tag liefert.

Du musst bezahlen, um den Service nutzen zu können.

Experten schätzen jedoch, dass Amazon tatsächlich für den gesamten Vorgang Geld verliert, da diese schnelle Auslieferung viel mehr als Dein Jahresabonnement kostet.

Aber vielleicht können sie mit einer hohen Anzahl von Bestellungen den Verlust irgendwie wieder ausgleichen.

Schauen wir weiter, wie einige Unternehmen ihre Branchen mit dem On-Demand-Liefermodell verändert haben…

Sie ähnelt stark der Lieferung nach Hause, ist jedoch noch viel individueller.

Beispiel: instacart

instacart liefert beispielweise Lebensmittel. Sie besorgen die Ware und bringen sie zu Dir, egal wo Du gerade bist – natürlich mit einem Aufpreis.

Dies ist keine einfache Lieferung nach Hause, sondern buchstäblich direkt zu Dir, egal wo Du gerade bist.

Wir können annehmen, dass dieser Trend von Uber kam – Uber schickt Dir einen Fahrer dahin, wo Du gerade bist und wo immer Du ihn brauchst.

Und dann gibt es noch die Idee mit der Lieferung per Drohne für physische Produkte.

Als Drohnen populärer wurden, ergriff Amazon direkt die Initiative und arbeitet daran, mit Drohnen am Himmel navigieren zu können.

Dies könnte möglicherweise die Lieferzeit für viele Artikel noch einmal drastisch reduzieren. In vielen Fällen sogar schneller als in ein Geschäft gehen zu müssen.

Wenn das passiert, würde dies die Einzelhandelsbranche verstärkt belasten.

Lieferkanäle für digitale Produkte

Schauen wir nochmal auf digitale Produkte und alles das, was mit elektronischen Geräten geliefert wird.

Es gibt verschiedene Geräte und viele verschiedene Plattformen für digitale Produkte.

Die wichtigsten sind mitunter Computer, Tablets und immer mehr Smartphones.

Aber es gibt auch Smart-TVs, Spielekonsolen, E-Reader oder Virtual-Reality-Headsets.

Es gibt einige Unternehmen, die den Umstieg auf mobile Geräte völlig versäumt haben.

Du solltest Dir den großen Trends also immer bewusst sein.

Blicken wir kurz auf Werbung.

Früher war der Fernseher der wichtigste und teuerste Werbekanal.

Dann kam Google mit der Desktop-Werbung.

Schließlich war es Facebook, die das Nutzerverhalten der Leute mit ihren Smartphones erkannten und einen Werbemanager zum Schalten von Anzeigen ins Leben ruft.

Viele Dinge wechseln zu mobilen Geräten und deshalb versprechen viele innovative Unternehmen wie Netflix ihren Service auf allen Geräten nutzbar zu machen.

Wenn Du ein digitales Produkt entwickelst, sollte es auf jeden Fall auf mobilen Endgeräten funktionieren.

Allerdings solltest Du hier nicht aufhören – um innovativ zu sein, solltest Du an andere Kanäle wie z. B. Smartwatches oder Virtual-Reality-Headsets denken.

Wenn wir weiter in die Zukunft schauen, kann es sein, dass digitale Produkte zukünftig auch direkt in die Windschutzscheibe Deines Autos geliefert werden. So könntest Du Dir beispielsweise bestimmte Inhalte während der Fahrt anschauen.

Ich hoffe, dass Dir diese Beispiele einige neue Ideen geben, wie Du die Lieferkanäle Deiner Produkte verbessern bzw. neu entwickeln kannst.

Schauen wir uns nun an, wie Du Deine Vertriebskanäle entwickeln kannst.

Hierbei geht es um die Transaktionen, die Deine Kunden zum Kauf Deines Produkts durchführen.

Dies kann entweder an einem physischen Ort oder online erfolgen.

Weil wir uns im vorherigen Abschnitt näher mit digitalen Lieferkanälen beschäftigt haben, starten wir mit den digitalen Vertriebskanälen.

Vertriebskanäle für digitale Produkte

Offensichtlich sind aller Verkaufsarten, die über das Internet getätigt werden, sehr unterschiedlich und können nicht in ein und demselben Warenkorb gelegt werden.

Und wenn es um digitale Produkte geht, können die Vertriebskanäle sehr häufig mit den Lieferkanälen übereinstimmen.

Sobald Du Dich in der digitalen Welt befindest, wird es jedoch schwieriger, weil Du hier – je nach Strategie – viele verschiedene Vertriebskanäle haben kannst.

Schauen wir auf das Beispiel von WeChat, einer chinesischen Messaging-App.

Beispiel: WeChat

WeChat ist vergleichbar mit unserem Facebook Messenger oder WhatsApp.

WeChat wird von mehr als einer Milliarden Menschen benutzt, was wirklich riesig ist.

Dieses Unternehmen ist sehr innovativ und hat beschlossen, nicht nur eine weitere beliebte Messaging-Plattform zu sein.

Sie haben zusätzliche Services gestartet, die es ihren Nutzern beispielsweise ermöglicht, Taxifahrten zu bestellen, Bitcoins zu kaufen, in Geschäften zu bezahlen und vieles mehr.

Und so beinhaltet die Strategie Startups, die Sachen verkaufen und ihren Service in WeChat integrieren.

Im Grunde genommen wird WeChat dadurch zu einem Vertriebskanal.

Und so kann jede im Internet vorhandene Plattform, egal ob mobil, Desktop oder beides, ein separater Kanal für Dein Produkt sein.

Vetriebskanäle für physische Produkte

Schauen wir nun, wie Du dasselbe für physische Vertriebskanäle umsetzen kannst. Denn auch hier gibt es einige Unternehmen, die überragende Ideen hatten, um den Mitbewerbern zu entwachsen.

Du kannst innovativ sein, indem Du Deine Produkte in Deinen eigenen Geschäften und nicht bei anderen Händlern verkaufst.

Das ist das, was Tesla gemacht hat.

Im Gegensatz zu den anderen Autoherstellern, gehören die Geschäfte Tesla und nicht den unabhängigen Händlern.

Sie verkaufen direkt über ihre Geschäfte an ihre Kunden.

Keine Vermittler mehr.

Gleiches gilt für Apple!

Apple hat beschlossen, seine Marke anders als die übrigen Elektronikhersteller zu positionieren und eigene Apple Stores einzurichten.

Im Gegensatz zu Tesla verkauft Apple jedoch auch seine Produkte über unabhängige Einzelhändler.

Für viele Unternehmen führt ebenso kaum noch ein Weg an einem eigenen Online-Shop vorbei.

Es gibt einige Startups, die sich bewusst dafür entscheiden, Artikel online zu verkaufen, die zuvor nur in physischen Läden verkauft wurden.

Alles begann mit Zappos und Zalando, die anfingen, Schuhe online zu verkaufen.

Egal wie seltsam es den Menschen zu der damaligen Zeit erschien…

Eine andere Möglichkeit, neue Vertriebskanäle zu entwickeln, besteht darin, Dich auf den Kontext zu konzentrieren, indem Menschen kaufen.

Und ebenso die Dringlichkeit, mit der Menschen ein Produkt zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort benötigen.

Denke zum Beispiel an Verkaufsautomaten. In der Regel sind hier Produkte enthalten, die teurer sind als im Geschäft. Aber Menschen sind bereit, dafür zu zahlen, weil sie sie jetzt brauchen.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Beispiel: Amazon

Der Amazon Echo ist ein Lautsprecher, den Du Dir Zuhause installierst und der Dich Sprechen hören kann.

Er wird von Amazon Alexa betrieben, einem Assistenten für künstliche Intelligenz.

Grundsätzlich kannst Du Alexa viele Dinge fragen. Aber da es von Amazon gemacht ist, ist liegt Amazons Absicht darin, dass Du Dinge über Alexa bei Amazon kaufst.

Du kannst ihr sagen, dass Du bestimmte Artikel auf Deiner Einkaufsliste hinzufügen möchtest, die Du dann später bestellen kannst.

Dies ist ein neuer Vertriebskanal.

Worksheet

Ich hoffe, Du konntest wertvolle Informationen für Dich mitnehmen und wünsche Dir viel Spaß bei Deiner erfolgreichen Umsetzung.

Damit Du die wichtigsten Inhalte auf einem Blick hast, findest Du hier Dein Worksheet zur kundengetriebenen Innovation:

[Die kundengetriebene Innovation – Worksheet als Download]

Ich freue mich, wenn Du auch bei den nächsten Teilen der Serie dabei bist:

  • Die angebotsgetriebene Innovation ✓
  • Die kundengetriebene Innovation ✓
  • Die ressourcengetriebene Innovation [ab 30.08.2020]
  • Die finanzgetriebene Innovation [ab 13.09.2020]

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Torsten
Torsten

Torsten hilft ambitionierten Einzelunternehmern, sich mit ihrem Thema als Experte zu positionieren. Sei es das passende Zielbild zu erstellen, die eigene Online Präsenz aufzubauen oder den eigenen Expertenstatus zu etablieren.

    1 Antwort zu "Die kundengetriebene Innovation: Wie Du Kundenbeziehungen, Kundensegmente und Marketingkanäle neu entwickelst [inkl. Worksheet]"

    • Susanne

      Super Artikel Torsten, hier hast du wirklich viel Arbeit und Wissen hineinfließen lassen! Danke für soviel innovativen Input.
      Liebe Grüße, Susanne.

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